Seit Anfang der 80er Jahre stieg die Anzahl komplexerer Systeme und die Verwendung von Mikroprozessoren besonders im PKW-Bereich deutlich an. Diverse Komfort- und Sicherheitsfunktionen hielten zu dieser Zeit zuerst in Fahrzeugen der Oberklasse Einzug. Viele dieser Funktionen, wie etwa ABS oder auch On-Board Diagnosesysteme gehören heute zum technischen Standard. Um diese Funktionen zu ermöglichen, müssen verschiedene Bausteine wie Sensoren, Steuergeräte und Aktoren miteinander kommunizieren. Dazu werden vermehrt Datenleitungen verlegt sowie immer komplexere Architekturen entwickelt. Im Flugzeugbau wurde bereits deutlich früher an Bussystemen gearbeitet, die es ermöglichten, dass verschiedene Teilnehmer über wenige BUS-Leitungen kommunizieren. Somit konnte die Anzahl der Datenleitungen und somit das damit verbundene Gewicht deutlich gesenkt werden
Der CAN-Bus ist das vermutlich am weitesten verbreitete Bussystem in modernen Fahrzeugen. Wie in der Abbildung zu sehen wurden in den letzten drei bzw. vier Jahrzehnten weitere Bussysteme für Sonderaufgaben in Industrie und Automobil entwickelt.
Zirka 15 Jahre nach der Entwicklung des CAN-Bus wurde bereits an einer kostengünstigeren Variante in Form des LIN-Busses gearbeitet, welcher im Jahr 2002 eingeführt wurde. Der LIN-Bus (Local Interconnect Network) zeichnet sich durch seine Einfachheit und geringen Kosten aus. Er wird vor allem für weniger komplexe Anwendungen wie die Steuerung von Komfortsystemen (z. B. Fensterheber oder Sitzverstellungen) eingesetzt.
Mit der zunehmenden Komplexität von Fahrzeugen und dem Aufkommen von sicherheitskritischen Systemen wurde jedoch schnell klar, dass leistungsfähigere Bussysteme benötigt werden. FlexRay, eingeführt im Jahr 2006, wurde speziell für sicherheitsrelevante Anwendungen wie X-by-Wire-Systeme (z. B. brake by wire) entwickelt. FlexRay zeichnet sich durch eine hohe Übertragungsrate und deterministisches Verhalten aus, was eine zuverlässige Kommunikation in Echtzeit ermöglicht.
Im Jahr 2008 folgte der Einsatz von Automotive Ethernet, welches ursprünglich für Infotainment-Anwendungen verwendet wurde. Automotive Ethernet ermöglicht im Vergleich zu den vorherigen Systemen deutlich höhere Bandbreiten und spielt eine entscheidende Rolle für moderne Fahrzeugarchitekturen, insbesondere im Hinblick auf vernetztes und autonomes Fahren.
2012 wurde der CAN-FD (Flexible Data Rate) entwickelt und 2015 in die ISO 11898-1:2015 aufgenommen, was eine Weiterentwicklung des klassischen CAN-Bus darstellt. CAN-FD ermöglicht höhere Datenübertragungsraten und eine effizientere Kommunikation, um den steigenden Anforderungen durch moderne Steuergeräte gerecht zu werden.
Mit CAN-XL, einem zukünftigen Standard, wird derzeit an einer weiteren Optimierung des CAN-Bus gearbeitet. CAN-XL soll noch höhere Datenraten und zusätzliche Funktionen bieten, um den Anforderungen der nächsten Generation von Fahrzeugen gerecht zu werden.
Der „CAN“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach trotz deutlicher Konkurrenz im Bereich der Bussysteme, besonders was Übertragungsraten angeht, die nächsten Jahrzehnte weiterhin der de-facto Standard in der Kommunikation zwischen einfachen Steuergeräten sein. Auch wenn viele Hersteller (in etwa VW und Tesla) vermehrt mit Zonal-Architektur arbeiten, die Highspeed-Verbindung zwischen Hauptsteuergeräten notwendig macht, ist davon auszugehen, dass einfache Steuergeräte, in etwa Fensterheber, weiterhin mit dem CAN-Bus umgesetzt wird. Selbst hochmoderne Fahrzeuge wie der ID.7, das Tesla Model Y oder der Audi A5 verwendet diesen für Komfortfunktionen.
0x123 übertragen. Die Kodierung könnte wie folgt aussehen:
0x123 (Kilometerstand-Nachricht)00 00 1F 40 00 00 00 001F 40 im Hexadezimalformat) den Kilometerstand in Kilometern repräsentieren. Um den tatsächlichen Wert zu berechnen, wird dieser hexadezimale Wert in eine Dezimalzahl umgewandelt:
1F4016 = 800010 (entspricht 8000 km)
Oftmals kommt außerdem Multiplexing zum Einsatz, bei dem ein Teil der Nachricht wie ein weiterer Teil der ID fungiert. Beispielsweise könnte 00 im ersten Datenbyte den Kilometerstand, 01 die Außentemperatur und 02 den Tankfüllstand signalisieren:
0x123 (Kilometerstand-Nachricht)02 00 11 A8 00 00 00 0011A816 = 452010 (entspricht 4520, oder 45,20 Liter)
In diesem Fall müsste das Steuergerät je nach Wert des ersten Bytes das entsprechende Datenformat interpretieren. Somit sind selbst mit einer so vergleichweise einfachen Datenstuktur komplexe Übertragungen möglich. In der Praxis gestaltet sich die Verabeiterung solcher Daten für Fahrzeugumbauer oder andere IT fremde Gewerke als schwierig.
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